Warum gefrieren Wasserleitungen?
Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus – dieses physikalische Verhalten erzeugt in geschlossenen Rohrleitungen erheblichen Druck. Kunststoff- und Metallrohre können dabei reißen oder platzen. Besonders gefährdet sind Leitungen in unbeheizten Bereichen: Außenwände mit mangelnder Dämmung, Keller, Dachböden, Garagen, Kriechkeller und freiliegende Außeninstallationen.
Ein weiterer Risikofaktor ist Leerstand: Wird ein Gebäude über einen längeren Zeitraum nicht beheizt, können auch Innenleitungen, die normalerweise durch die Raumwärme geschützt sind, einfrieren.
Besonders gefährdete Leitungen
- Außenwasseranschlüsse: Gartenhähne, Zapfstellen im Freien
- Leitungen in Außenwänden: ohne ausreichende Dämmung
- Kelleraußenwände: schlecht gedämmte Technikräume
- Dachbodenleitungen: in nicht beheizten Dachgeschossen
- Leerstehende Gebäude: ohne Mindest-Raumtemperatur
Passive Schutzmaßnahmen
Die einfachste und dauerhafteste Schutzmaßnahme ist eine ausreichende thermische Dämmung der Leitungen und der umgebenden Bauteile. Für exponierte Leitungen im Keller oder auf dem Dachboden gibt es Rohrisolierungen aus Mineralwolle, Polyurethan-Schaumstoff oder Kautschuk, die auf die Rohrdurchmesser abgestimmt sind. Diese Materialien stehen im Baustoff- und Sanitärfachhandel zur Verfügung.
Außenwasserhähne sollten über ein Innenabsperrventil gesichert sein, das ein vollständiges Entleeren des Außenbereichs ermöglicht. Sogenannte frostsichere Außenarmaturen sind so konstruiert, dass sich das Wasser nach dem Schließen automatisch in den beheizten Innenbereich zurückzieht.
Frost am Fenster zeigt an, dass Kälte tief ins Gebäude eindringen kann. Foto: Wikimedia Commons.
Elektrische Rohrbegleitheizung
Für besonders exponierte Leitungen, die sich konstruktiv nicht anders schützen lassen, ist eine elektrische Rohrbegleitheizung eine Möglichkeit. Diese Heizbänder werden um oder entlang der Rohre verlegt und halten die Temperatur bei starkem Frost oberhalb des Gefrierpunkts. Selbstregulierende Varianten passen ihren Energieverbrauch automatisch an die Umgebungstemperatur an.
Die Installation sollte durch eine elektrotechnisch zugelassene Fachkraft erfolgen. Anforderungen an Schutzklassen und Einsatzbereiche finden sich in den entsprechenden DIN-Normen und den Vorgaben des VDE.
Maßnahmen bei Leerstand
Bei vorübergehendem Leerstand in der Winterperiode empfiehlt sich je nach Gebäudezustand entweder das vollständige Entleeren aller Wasserleitungen (Entleerung über Entleerungsventile) oder das Aufrechterhalten einer Mindesttemperatur in allen Räumen. Die gemeinnützige Beratungsplattform co2online.de gibt Hinweise zur Heizungssteuerung bei Abwesenheit.
